Am Haustein wurde zu Glühwein, Gulaschsuppe und Lagerfeuer geladen. Start 13 Uhr – so kann man ins Neue gleiten. Da auch Flaschen-TÜV und Reglerrevision fällig waren, nutze ich die Gelegenheit trotz trübem Wetter und Schneeregen zum Abtauchen. 85 bar waren noch im Tank, das reichte für knapp 20 Minuten und damit locker, denn die Sicht war mies wie nie.
Auch bei Licht waren Objekte in einer Entfernung von mehr als 50 cm nicht mehr auszumachen. Ab 5 m Tiefe war es auch schon stockdunkel. Das Licht der nach unten leuchtenden Lampe war nicht zu sehen! (knapp 1m Entfernung zur Maske)
Einstellungen an der Kamera zu ändern war nicht möglich. Nur mit 2. Lichtquelle konnte der automatische Fokus scharfstellen, das Problem hatte ich so ausgeprägt vorher nie. Ich hätte gleich zu Anfang manuellen Fokus wählen und auf 20 cm stellen sollen .. Die 3% Videoleuchtenlicht halfen nicht und mehr Leuchtkraft (mit 130°) verschlimmerte die Lage nur.
Erst auf den Bildern war für mich eine der Ursachen der krass schlechten Sicht zu erkennen. In den oberen 5m gab es trotz der niedrigen Temperaturen eine massives Auftreten von Fadenalgen (?). Die paar Wasserpolypen kommen mit filtern nicht hinterher ..
Auf 20 m war die Sicht nur minimal besser. Deshalb und wegen des niedrigen Flaschendrucks verzichtete ich auf einen Abstecher zur Mühlberg.
mehr Abstand nicht möglich (f/1.8 - 1/80 - ISO 800)
Kaum noch Temperaturunterschied – Trotzdem miese Sicht
Schlechte Sicht – Temperatur-“Hüpferchen“ auf 10 m schuld?
In der Hoffnung auf Sicht bei kaltem (-2°C) aber sonnigem Wetter zum letzten Mal im Jahr die Tauchausrüstung im Auto verstaut und bei Sonnenhöchststand am Haustein aufgeschlagen.
Die Idee war, dass die schlechte Sicht z.T. auf die „Auflösung“ der temperaturbedingten Sprungschichten zurückzuführen ist. OK – die Temperaturen lagen konstant zwischen 4,8 – 5,2 °C, doch bis ca. 12 m Tiefe gab es maximal einen halben Meter Sicht. Das Sonnenlicht erhellte zwar die obersten 5 Meter des Steinbruchs, doch unter Wasser war es je nach Ausrichtung zur Sonne milchig-neblig oder saharasand-gelblich trüb.
Die „Einarmigkeit“ meines Kamerasetups schlägt bei dieser miesen Sicht natürlich voll auf die Aufnahmen durch. Zusätzlich problematisch: bei 4°C sind meine Fingerneopren-Handschuhe eigentlich zu dünn. Aber ich kann Trockenhandschuhe nicht leiden und noch dickere 3-Finger-Handschuhe wären beim Bedienen der Kamera noch hinderlicher. Mit klammen Händen hatte ich aber wenig Lust auf Einstellungsänderungen.
So habe ich zwischendurch lediglich ISO von 800 auf 500 gestellt, bei der Blende und der Belichtungszeit eher sporadisch gespielt und auch den Blitz nur einmal in der Intensität verändert. An ein Begutachten der Bilder unter Wasser war eher nicht zu denken. So fiel mir zu spät auf, dass ich zu viel Blitzlicht verwendet habe. Wegen der Sicht bin ich immer auf ca. 20 cm ran ans Objekt, aber Blitzstärke 5 verwendet. Doch wirklich schlechte Sicht wird durch viel (direktes) Licht noch schlechter :(
Die Linkslastigkeit von Licht und die damit verbundene Schwebteilchenpracht ist „prima“ zu sehen.
Überrascht war ich, dass die Barsche durchaus noch aktiv waren. Ich hatte zuerst die Videoleuchte auf 30%. Ab 50 cm hat dies die armen Barsche zur Vollbeschleunigung gebracht. Ist mir bei wärmerem Wetter nie aufgefallen. Ich hoffe, sie haben jetzt kein Energiedefizit – die Leuchte habe ich sofort auf 3% gedimmt. Der Spot der Tauchlampe sorgt eh für besseren Durchblick.
Fischbüchse (f/2.5 - 1/80 - ISO 500)
schemenhaft (f/1.8 - 1/125 - ISO 800)
so sah es wirklich aus (f/2.5 - 1/100 - ISO 500)
“in” der Mühlberg (f/2.5 - 1/80 - ISO 500)
Öse als Gallionsfigur? (f/2.5 - 1/100 - ISO 500)
Mühlbergdetail (f/2.5 - 1/80 - ISO 500)
Pumpkin am Steuerhaus (f/2.5 - 1/80 - ISO 500)
Herbstbebel im Gegenlicht (f/1.8 - 1/125 - ISO 800)
Insgesamt nutze ich vier Paar Flossen.
Schwere Geräteflossen für den Trocki (Apeks RK3), leichtere (Technisub Stratos) für den „dicken“ (5+7mm) Neopren. Da diese beiden Anzüge sehr häufig in heimischen Gefilden bei Sichtweiten (deutlich) unter 5 m zum Einsatz kommen, fand ich leuchtende Farben für die Flossen angemessen, da so ein Buddy leichter Sichtkontakt halten kann. Auch bei Urlaubstauchgängen mit vielen Leuten fand ich eine auffällige Flossenfarbe bei meinem Zufalls-Buddy immer hilfreich. So begleiten mich meine Stratos nun schon seit den 90igern. Sie sind auch eine prima Flosse für den Flieger, denn sie gehören trotz ihrer Robustheit zu den leichteren Geräteflossen.
Fürs Schnorcheln daheim und Urlaub sowie bei Fernreisen in anspruchsfreie Shorti-Gefilde, aber auch für anspruchsvolles Strömungstauchen vor tropischen und subtropischen Inseln gibt es bei mir passgenaues Flossenwerk mit geschlossener Ferse. Mit den Mares plana avanti im Rucksack bin ich schon seit mehr als 30 Jahren unterwegs. Sind immer noch tiptop, was man von den Rucksäcken nicht behaupten kann.
Anerkennende Bemerkungen zur Wahl der Flosse bei deftigen Strömungen gibt es bei der Mares avanti quattro power von den Ortskundigen.
Doch auch meine früheren Wettkampfflossen birgt mein Flossenschrank noch und läuft so meinem Schuhschrank in Sachen Quanti- und Qualität den Rang ab ;)
Doch noch mal 2 Versuche, einen der 4? (1,5m – 1,2m – 0,9m – klein(e)) Welse zu sichten, aber wieder ohne Begegnung. GROK war der Meinung, dass Welse bis 8°C unterwegs sind und sich dann eine Winterkuhle im Tiefen suchen.
Tauchgangsprofil 6.11.25
Vielleicht lohnt sich ja doch auch ein Tauchgang im Winter – dann halt den Grund des Steinbruchs absuchen. Aber wann ist dafür die beste Sicht? Für dieses Jahr habe ich eigentlich mit Ammelshain abgeschlossen, obwohl die Sicht sich langsam klärt. Trotz Polizeiübung am Vortag war die Sicht am 6.11. besser, als fünf Tage davor. Im Bereich bis 12m ist die Temperatur mittlerweile bei einheitlichen 10 °C.
Die Schleie habe ich nun schon seit Anfang Oktober nicht gesehen. Jetzt werden die sonst so hektischen Rotfedern und Plötzen träger. Man kann also auch mal eine brauchbare Aufnahme von ihnen machen. Insgesamt wirkte der Fischbesatz schon leicht ausgedünnt. Doch alle Hechte sind noch am Anlegen von Winterreserven. In der Wahl der Jagdtaktik gibt es erhebliche Unterschiede. In Lauerstellung direkt unterhalb der Wasseroberfläche, senkrecht im Schilf stehend, verdeckt im dichten Bewuchs oder unter Baumstümpfen.
Mit Trocki jetzt auch öfter mal Fotos von Bergbauhinterlassenschaften. Die sich eher am Grund des Steinbruchs finden lassen ..
Der Nachteil des „Monoblitzes“ tritt bei trüber Sicht, Motiven mit Entfernung zum Objektiv jenseits der 30 cm und Naturlicht gegen Null massiv „zu Bilde“ (jenseits der handwerklichen Fehler). Mit 2 Blitzen muss man diese nicht direkt auf das Motiv richten und strahlt so nicht die Schwebeteilchen zwischen Objektiv und Linse an. Demnächst?
zu hell geblitzt, sehr trüb (f/3,2 - 1/60 - iso 500)
Seilwinde (f/3,2 - 1/125 - iso 500) - von links geblitzte Partikel deutlich
Zum Flasche füllen auf nach Steina, leider bei stürmischen Böen, Regen und kühlen Temperaturen. Dem trotzten 5 Hartgesottene (schräges Bild bei den Wassertemperaturen) in Nassanzügen. Bei den drei Freitauchern war Trocki sicher keine Option.
Die oberen 10 m waren extrem trübe bei 1 m Sicht. Ab 10 m wurde es besser, aber auch deutlich kälter. Aber zur Winterszeit mach ich eh meine Tieftauchgänge und kam so auch mal wieder bei der „Mühlberg“ vorbei. Auf 20 m war es stockduster. Die Silhouette der alten Elbfähre ist dann immer wieder ein „gruseliger“ Anblick. Wenn sie im Licht der Lampe aus dem Dunkelgrün auftaucht, schlägt mein Herz auch nach mehr als 30 Besuchen noch höher. Sie ist schon das schönste Binnenseewrack, das ich kenne.
Beim Tauchen unterhalb der Sprungschicht entdeckte ich sogar mal wieder Hein B. & den Käptn.
Die meisten Fische wechseln bereits in die Winterruhe und die für sie im smaragdgrünen Wasser schwebenden Blätter, wirkten wie prähistorische Einschlüsse im baltischen Bernstein. Sie verliehen der düsteren Szene einen melancholischen Einschlag.
Insgesamt sehr anspruchsvolles Fotografieren, aufgrund der Sicht und des Lichtes. Um überhaupt auszulösen, musste ich in der Tiefe die Viedeolampe mit 10% anschalten und auf ISO 1000 wechseln. Weiter oben reichten dann IS0 500, aber aufgrund der extremen Streuung durch die Schwebteilchen und dem 120°-Abstrahlwinkel der Videoleuchte ist man bei „Licht an“ praktisch blind. Also Leuchte aus und zur Tauchlampe greifen – deren schmaler Lichtkegel sorgt viel besser für „Weit“sicht.
Barsch im Dunkel (f/2.8, 1/100, 500 ISO)
Hein B. (& der Käptn) (f/2.5, 1/100, 500 ISO)
Herbst im See (f/1.8, 1/80, 1000 ISO)
bunte Blätter überall
Zappenduster
endlich scharf - die “Hintergrundbeleuchtung” machts